AD NOCTUM - Der Internetauftritt des STREETCLEANER-Fanzines!
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A - F

Accept – Too Mean To Die
11 Songs – 52:07
Nuclear Blast Records

Accept steht auf dem Cover und Accept ist auch zu hören. Nachdem man 2010 mit „Blood Of The Nations“ ein Markenzeichen gesetzt hat, haut man jetzt immer wieder großartige Songs aus der Röhre. Man weicht von dieser Linie mit dem Erfolgsrezept nicht mehr so weit ab, dies ist auch gut so. Songs, die Spaß machen und fast immer extrem schnell und gut ins Ohr gehen. Die Songs sind eingängig, fressen sich sofort durch den Gehörgang und sind auf keinem Fall in irgendeiner Weise langweilig. Refrains, die sich ins Gedächtnis einbrennen und dort dadurch sehr lange hängenbleiben. Man lausche hier nur mal den Song „The Undertaker“ und natürlich den Titelsong „Too Mean To Die“ oder auch „Overnight Sensation“ (für mich eigentlich der Hit der Scheibe), sehr stark. Man kann nur hoffen, dass diese Songs recht bald sehr oft bei Live-Konzerten gespielt werden. Mark Tornillo ragt mit seiner rauen, aber immer noch melodischen und gefühlsstarke Stimme (höre auch die Halbballade „The Best Is Yet To Come“) heraus. So mancher Song wird dadurch sogar wieder zum Ohrwurm. Dazu gibt es starke Solis, sowie Messerscharfe Riffs dank dreier Gitarristen, die super aufeinander eingestimmt sind und eine absolut tolle Arbeit machen. Das Album hat keinen Ausfall dabei, sogar das Instrumentalstück „Samson And Delilah“ am Ende der Scheibe weiß zu gefallen. Man kann Accept auch weiterhin mit zu dem wichtigsten Aushängeschild des deutschen Heavy Metal zählen.  (wolle)

Angelus Apatrida – Aftermath
10 Songs – 50:09
Century Media Records

Ein sehr starkes Thrash Metal Brett hauen uns die Jungs aus Spanien um die Ohren. Mit einigen Old School Angriffen setzen Angelus Apatrida zum musikalischen Gefecht an. Ein wahres Feuerwerk mit fetten Riffs, Solis, sowie eine volle Ladung Power bringt man dem Hörer zu Ohr. Beim Song „What Kills Us All“ hat man mit Sho-Hai einen spanischen Rapper (auch mit spanischem Gesang) mit eingebaut als Gastmusiker, dies unter anderem die Vielseitigkeit der Band zum Vorschein bringt. Klingt alles sehr interessant, macht Spaß und geht sofort ins Ohr. Jeder Thrash-Fan wird bei den meisten Songs (bei diesen wahrhaftig sehr geilen Gitarrenläufen) sofort ohne lang zu zögen sein Haupthaar in Wallungen bringen. Die Herren gehen gut zur Sache, verstehen, was der Thrash Fan hören will und setzen dies nicht nur gekonnt, sondern auch eher sehr stark um. Musikalisch, wie auch gesanglich, macht die Band eine sehr gute Figur. Die Songs gehen gnadenlos und schnurstracks geradeaus, voll auf Angriff des Gehörgangs. Dieses Werk zählt für mich zu einem der besten Alben aus dem Thrash Bereich der letzten Zeiten. Hier und da kommen die eine oder andere Erinnerung an Testament durch, aber ohne dabei zu kupfern. Als Gastsänger ist dann noch unteranderem Todd La Torre (Queensryche) beim Song „Vultures And Butterflies“, welches zu Beginn leicht balladenhaft loslegt, aber dann um einiges an Power zulegt. Jamey Jasta (Hatebreed) bringt beim Song „Snob“ seine Stimme zu Ohr und dieses Stück geht umso heftiger zur Sache, als das Stück mit Todd z.B. Jedoch gut klingen beide Songs, aber auch die restlichen Stücke lassen keine Langeweile aufkommen. (wolle)

Bonded – Into Darkness
11 Songs – 45:50
Century Media Records

Nachdem ihr Debüt „Rest In Violence“ in der Thrash Szene sehr gut eingeschlagen hat, kommt nun endlich Album Nummer zwei. Leider hatte die Band durch Corona keine Möglichkeit, ihr Erstling groß Live auf einer Tour vorzustellen. Es gibt jetzt wieder gnadenlosen, aber auch melodiösen Thrash Metal, der ins Ohr geht und dort den Ohrenschmalz heftig durchwirbelt. Sehr starke Songs was die Jungs uns auch diesmal vorgelegt haben. Macht echt viel Spaß beim Anhören dabei abzuschedeln. Man höre nur da den Song „Lilith (Queen Of Blood)", der Vorab als zweite Single veröffentlicht wurde – sehr geiles Teil. Musikalisch orientiert man sich nur noch zum Teil an die guten, alten Thrash Zeiten der 80er Jahre, sondern wird langsam eher moderner, sowie auch etwas technischer (aber auch nicht zu verspielt). Klingt aber alles in allem noch sehr gut und die Songs machen das, was sie sollen – sie knallen und ballern gut. Im Gegensatz zum Vorgänger ist man somit auch mit den musikalischen Einflüssen von Sodom weiter entfernt.  Ist ja die Ex- Band von Drummer Markus Freiwald, sowie Gitarrist Bernd Kost, hinzu kommt noch Assassin Sänger Ingo Bajonczak, noch ein weiterer, hoch interessanter Mann in der Truppe. Als zweiter Gitarrist ist Chris Tsitsis (ex. Suicidal Angels) dabei und am Bass hat man Marc Hauschild in der Band. Textlich hat man sich bei einigen Songs durch den Roman „The Divison Of The Damned“ inspirieren lassen. Man muss also sagen, Bonded legen mit „Into Darkness“ ein wirklich gutes Stück Thrash Metal dem Hörer in den Player oder auf den Plattenteller, Fans des Genre dürfen sich freuen. Schreibt euch die Scheibe auf den Einkaufszettel. (wolle)

Bruce Dickinson – The Mandrake Project
10 Songs – 58:49
BMG

Nachdem 2006 das letzte Solo-Album von Bruce Dickinson veröffentlicht wurde, kommt nun endlich Studioalbum Nummer sieben. Dieses Werk zeigt alle Facetten von Bruce auf und er setzt seine fantastische Stimme in absoluter Hochform ein. Meisterhaft und ein Traum von Stimme. Das sehr melodische, ruhige Stück „Face In The Mirror“ bringt dies ganz besonders zur Geltung. Die Songs bringen eine melancholische Atmosphäre auf, die man so von Bruce nicht unbedingt gewohnt ist und dazu kommen viele Elemente aus dem klassischen Heavy Metal aber auch mal Passagen die Pink Floyd nicht besser machen könnten. Dann gibt es beim Song „Ressurrection Men“ etwas Western-Touch mit dabei. Mit diesem Album hat meiner Meinung Bruce Dickinson ein Album geschaffen, was von tollen Songs nur so strotzt, wie z.B. „Rain Of The Graves“. Sie sind zwar nicht sofort Klassiker, sie müssen mehrmals gehört werden, um sich komplett im Ohr zu entfalten, aber dann merkt man immer mehr, wie stark diese Songs sind, jeder einzelne. Es ist vielseitig, sehr abwechslungsreich und hat immer wieder kleine Überraschungen in den Songs dabei. So baut sich der Song „Shadow Of The Gods“ nach einer ruhigeren Grundstimmung immer mehr auf und haut dann auch etwas mehr in die Vollen und wird ein wahrhaftiger Knaller, der nicht so schnell mehr aus dem Ohr verschwindet. Für mich ist dieses Werk ein absolutes Highlight geworden und stellt so einiges in den Schatten (auch die eine oder andere Scheibe, die noch nicht mal bis jetzt veröffentlicht wurden 
? ). (wolle)

Carnal Ghoul – Back From The Vault
11 Songs – 41:02
Supreme Chaos Records

Carnal Ghoul wurde 2013 gegründet, in diesem Jahr veröffentlichte man auch die bisher einzigen beiden Veröffentlichungen (ein 2-Track Demo und eine EP mit dem Titel „The Grotesque Vault“). Dieses mir jetzt vorliegende Album wurde mit 11 Gastsänger fertiggestellt. Im Prinzip wäre der Sänger Sven Groß der Mann am Mirko gewesen. Leider hatte der Krebs was dagegen und Sven starb viel zu früh. Da man ein Jahr vor dem Tod von Sven mit den ersten Aufnahmen zum Album begann und diese dann sofort nach der Diagnose einstellte, dauerte es dann, bis nach dem Tod von Sven, bis es wieder weiterging. Nachdem man mit der Ehefrau Dany sich aussprach, ging es dann mit 11 verschiedenen Sängern in Ehren für Sven doch weiter. Die Einnahmen für diese Scheibe werden an SAPV Ostalb gespendet, die sich zuvor um Sven und seine Frau gekümmert hatten. Leute, wie Marc Grewe (ex. Morgoth), Dave Ingram (Benediction), Lenny Osterhus (Endseeker), Felix Stass (Crematory), Ralf Hauber (Revel In Flesh), David  R. Kreft (Soulburn), Leif Jensen (Dew Scented), Jost Kleinert (Lay Down Rotten), Nekrovault, Paul Speckmann (Master) und Martin van Drunen (Asphyx) gaben sich hier ds Mirko nacheinander in die Hand. Weiter mit dabei sind Stefan Husky Hüskens (Asphyx), sowie die drei Demonbreed Mitglieder Daniel Jakobi, Johannes Pitz und Fernando Hermansa. Zu hören gibt es im Ganzen guten Death Metal mit ein paar wenigen Thrash Passagen. Für Fans eigentlich schon allein wegen der Unterstützung der Band in Anbedacht des schweren Verlustes ein Muss. Jeder hier macht seine Arbeit mehr als klasse und gibt wirklich alles, um dies Werk zu einem unvergessenen Album zu machen. Um Tribute an einen Menschen zu zollen – Sven Groß - der leider viel zu früh von uns gegangen ist.  FUCK CANCER!! (wolle)

Cro Mags – In The Beginning
13 Songs – 38:17
Arising Empire

Die ersten Songs, die ja schon auf der Vorab EP „Don´t Give In“ waren geht es geht im typischen Hardcore Style mit etwas Thrash aus den 9ßer Jahren ab. Danach gibt es etwas mehr Thrash beim Song „From The Grave“, der Song ballert schön ins Gehör. Ist aber eher untypisch für NYHC, aber trotzdem sehr geil. Weiter geht es dann wieder mit mehr NYHC, wobei man immer wieder einige Punk Elemente mit in den Songs findet. Die absoluten Hadrcore Einheiten, wie Shouts zum mitsingen werden mehr in die hintere Position gestellt. Immer mehr hat der Thrash und der Punk Einfluss gewonnen, ist nicht schlecht aber teilweise etwas schade. Manchmal ist es Früher etwas besser gewesen, was die Jungs musikalisch auf die Beine gestellt haben. Man muss dies Werk hier einfach zwei-drei Mal durchlaufen lassen, dann geht es auch Stück für Stück besser ins Ohr. Gerade wenn wie bei den Songs „Between Wars“ & „No Turning Back“ man auch etwas Doom Einschlag in die Songs einstreut – nicht schlecht aber doch leicht unerwartet für Fans der Band. Nachdem man den Streit um den Bandnamen beendet hatte gab es zwei EPs und eine Tour mit Misfits. Nun, kommt „In The Beginning“, mit Sänger & Bassist Harley Flanagan ist das einzige Gründungsmitglied noch mit dabei. Gabby Abularch (Gitarre) war seid „Alpha Omega“ immer wieder mit dabei auch bei dem Projekt von Harley Flanagan als sie gemeinsam 2016 unter anderem die Scheibe „Cro Mags“ veröffentlichten. Mal schauen, wie es mit der Band weitergeht und welchen musikalischen Weg man mehr geht, Hardcore oder noch mehr Metal Einschlag?! (wolle)

Cervet – Holidays In Corpseland
14 Songs – 51:37
Eigenes Ding https://www.facebook.com/Cervet/

Die Unterfranken Cervet gibt es nun schon über 30 Jahre (gegründet 1989) und verbringen ihre Zeit leider immer noch weitgehendst im Underground. Ihr erstes Demo haben die Jungs um Bassist und Sänger Frank „Zappa“ (war auch mal bei der früheren Death Metal Band Tyrax am Mirko tätig) 1993 mit dem Titel „Deprave The World“ veröffentlicht. Danach gab es dann weitere 2 Demos, zwei EPs sowie eine Single und eben nun „Holidays In Corpseland“. Man bedenke, Cervet haben bisher alles in eigener Regie auf die Beine gestellt. Zappa hat eine raue Stimme, die meistens recht passend kommt aber auch ein klein wenig gewöhnungsbedürftig klingt. Thrash Shouts sowie Death Growls bringen zwar ein wenig Abwechslung in den Gesang, gerade dann, wenn man sich auf die Stimme von Zappa eingelassen hat und damit umgehen kann. Zu lauschen gibt es sonst Thrash Metal der eigentlich sehr gut in die 80er Jahre gepasst hätte. Gerade auch die Gitarrenarbeit lässt da aufhorchen, sie passt in diese Zeit und wird auch noch gekonnt dargeboten. Man hat aber auch einige Heavy, Death Fetzen in die Songs mit eingestreut, aber auch der Grindcore hinterlässt mal ein paar Fußspuren. Mit „King Of The Damned“ hat man auch noch etwas Paradise Lost mit dabei und musikalisch einen kleinen Hit. „Sarcastic Sacrifice“ bringt alte Protector Einschläge zu Ohr und versetzt einen in die gute alte Zeit als der Thrash in Höchstform in aller Munde und Ohren war. Hinzu kommt, dann auch ein guter Sound und Fans von Bands wie alte Kreator, Exodus, Overkill dürften hier auf jedem Fall mal ein Ohr riskieren. Die Truppe hat Wiedererkennungswert sowie auch einiges an Eigenständigkeit mit im Gitarrenkoffer. (wolle)

Dead Head – Haatland (Reissue)
29 Songs – 120:19
Petrichor

Als Doppel-CD bringt der Hammerheart Records Ableger Petrichor das Album aus dem Jahre 2005 wieder unter das Metal Volk. Geile Songs, damals wie auch heute brettern durch die Boxen. Die Mischung aus Death/Thrash a la Kreator, Dark Angel oder auch Sadus passen gut zusammen (hinzu kommt hier und da auch noch etwas Hardcore). Dead Head gehören auch zu den Bands, die gut waren/sind, nicht 1:1 kopieren und trotzdem nicht Champions League spielen. Man hat sich auch von Album zu Album immer schön weiterentwickelt und sich musikalisch verbessert. Die Mucke geht immer noch ins Ohr und der Hörer muss fast schon automatisch sein Haupthaar wild hin und her bewegen. Das Schlagwerkzeug funktioniert wie ein Duracell Arbeiter ohne Pause und Kompromisse. Teilweise Hyperspeed aber ohne dabei abzudrehen oder überdrehen. Auf der Bonus-CD befinden sich Live- und Demo-Aufnahmen der Band. Die Fans der Band, die auch schon das Original im Regal haben nicht davon abhalten sollten sich diese Wiederveröffentlichung ebenfalls ins heimische Regal zu stellen. Macht immer noch viel Spaß den Jungs zu lauschen. Ich bin mal sehr auf ein neues Album der Herren gespannt. Ich kann Studioalbum Nummer sieben schon nicht mehr abwarten. Unteranderem auch weil Ralph de Boer (war schon 2008-2011 am Mikro) wieder zurück am Mikro & Bass ist. (wolle)

Defected Decay – Troops Of Abomination
10 Songs – 49:40
Silent Watcher Records

Hui, was ein Brett. Sehr geil. Es geht gleich von Begin an voll los. Die beiden Jungs (Daniel Funke – Gesang & Dirk Padtberg (Gitarre, Bass & Schlagzeug) von Suffersystem sind hier mit Defected Decay (2019 gegründet) zusammen in Sachen Death Metal unterwegs. Mit „Troops Of Abomination“ legt man nun das Nachfolgewerk vom ersten Longplayer „Kingdom Of Sin“ (ursprünglich aus dem Jahr 2020) nach. Diesmal mit einem Label im Rücken, welches auch das Debüt nochmals als Platte aufgelegt hat. Musikalisch geht es so in die Ecke von Bolt Thrower, Asphyx oder auch Morgoth, aber ohne 100% zu kopieren. Zwar schimmern doch gerade immer wieder einige Bolt Thrower Passagen etwas mehr hervor (man höre da schon nur einmal den Opener „Commit To The Fire“). Klingt aber extrem geil. Für einen fetten, treibenden Sound sorgte kein geringer als Master Dan Swanö. Es geht gradlinig ohne große Kompromisse von Song zu Song.  Man legt nicht nur Wert auf Tempo, manche Passagen schleppen, grooven oder walzen regelrecht alles nieder. Die Songs üben mächtig Druck im Gehörgang. Es macht Spaß der Mucke zu lauschen und dabei immer wieder mal sein Haupthaar zu bewegen. Ist schon krass, was die beiden da zusammen auf die Beine gestellt haben. (wolle)

Deicide – Banished By Sin
12 Songs – 38:59
Reigning Phoenix Music

Deicide are Back!! 2018 kam mit „Overtures Of Blasphemy“ das letzte Studioalbum der jetzt mittlerweile 13 Studiowerke raus. Dies nach nun 35 Jahre Bandgeschichte. Ein recht starkes Brett legt man wieder in den Player (das war ja nicht immer so). Zwar mit dem einen oder anderem Abstrich in der B-Note. So klingt vielleicht der Sound dem einen oder anderem auch zu steril und zu sauber produziert. Die Songs besitzen eine gehörige Brutalität und sind doch recht „zugänglich“ für das Gehör. Die beiden Gitarristen, Taylor Nordberg seit 2023 dabei, sowie Kevin Quiron, der ja schon seit 2011 mittlerweile zum dritten Mal zur Band gehört, zeigen öfter was sie so in ihrem Koffer an schnellen messerscharfen Riffs versteckt haben. Man schafft es, die Riffs, sowie die Drum-Salven (von dem zweiten Gründungsmitglied Steve Asheim, neben Glen) dermaßen heftig durch die Boxen zu jagen und dann plötzlich mal eine etwas eingängigere oder leicht melodische Passage dazwischen zu hauen. Musikalisch geht es ja schon heftig zur Sache und besonders der Gesang von Mister Glen Benton mit seinen sehr markanten Growls (dies bekommen so nicht wirklich viele hin) kann eben in fast allen Bereichen stark punkten – Hammer. Der Mann klingt wie damals auf dem Debüt Werk, immer noch sehr, sehr böse. Es gibt zwar nichts Neues zu hören, aber Deicide knallen in ihrer gewohnten Manier die Songs aus den Boxen. Ein Vorschlaghammer von der dunklen Seite. (wolle)

Disbelief – Killing Karma
13 Songs – 56:58
Listenable Records

Mittlerweile Studioalbum Nummer elf - das Dritte davon beim französischen Label Listenable - veröffentlichen Karsten Jagger und seine Mannen. Vier Jahre nach „The Ground Collapses“ kommt das Nachfolge Album „Killing Karma“ in die Läden. 1990 ins Leben gerufen und noch immer, vielleicht eine der wichtigsten Death Metal Bands aus Deutschland. Zwar kommt man nicht wirklich zur Ruhe, wieder gab es, wie schon des öfteren mehrere Wechsel im Line-Up der Truppe (so auch nach der Veröffentlichung dieser Scheibe, wurde fast alles „ausgetauscht“). Mit den beiden Gitarristen Sebastian Schilling, Stephan Becker, Bassist Peter Frick bzw. Bassist Sotirios Kelekidis hat man die Herren für die Gigs parat. Karsten Jäger, alias Jagger (Gesang) und Drummer Timo Claas sind die beiden einzigen im Moment festen Mitglieder der Band. Karsten ist als einziges Gründungsmitglied übrig geblieben. Mit Michelle Darkness von End Of Green, sowie Joschi Baschin (Undertow) hat man sich auch zwei Gäste ins Studio geholt, die Dame darf bei zwei Songs („The Scream That Slowly Disappered“, sowie „Flesh Of Inspiration“) kurz mitwirken (jedoch eher so im Hintergrund). Wieder durchbohrt der absolute düstere Brachialgesang von Karsten dem Hörer das Gehörorgan.  Die Songs walzen voller Wucht im Midtempo Bereich durch die Boxen. Sehr viele geile Riffs ziehen sich wie ein Faden von Song zu Song. Als Bonus hat man auch von Killing Joke eine recht coole Coverversion vom Song „Millenium“ mit dabei. Ich finde das Album alles in allem sehr stark und hoffe, dass es mal wieder ein Line-Up gibt, welches etwas länger zusammenarbeitet .(wolle)

EINHERJER - Norton Spor

10 Songs – 48:10

Indie Recordings

 

Nach zwei mehr als starken Comeback-Alben („Norron“ und „Av Oss, For Oss“) steht nun Album Numero drei an seit der Wiedervereinigung und macht genau dort weiter, wo die vorigen beiden Alben aufgehört haben: Viking Metal at it’s very best! Ich bin ein großer Fan von Einherjer und habe nicht umsonst ein sehr langes Interview mit den Jungs zum Comeback „Norron“ in Hammerheart # 6 geführt. Das Schöne an Einherjer ist ganz einfach diese Originalität, die diese Band mitbringt – man erkennt sie stets mühelos unter allen anderen nordischen Bands, was an dieser ganz eigenen Rhythmik und den typischen Melodien liegt, die nur diese Norweger so gekonnt zimmern. So auch auf dem neusten Album „Norrone Spor“, welches erneut aufgrund des sehr starken Songmaterials punktet. Auf „Av Oss, For Oss“ deutete sich schon bereits eine Besinnung auf kürzer geratenes Songmaterial an, auf „Norrone Spor“ wurde das perfektioniert – Einherjer verstehen sich gut darin, unnötigen Songballast von Bord zu schmeißen und sich nur auf das Nötigste zu konzentrieren. Somit sind die Zeiten vorbei, in denen uns die Band noch überlange Epen aufgetischt hat, auch wenn diese von Ihrer Qualität heute noch nichts eingebüßt haben. Auf „Norrone Spor“ regieren kompakte und sehr melodische Hymnen, die überwiegend im Midtempo gehalten sind und teilweise auch sehr schleppend vorgetragen werden, so wie es nun mal zu jedem Zeitpunkt songdienlich ist. Viel mehr Aufmerksamkeit kommt den ausgereiften Melodien zugute, denn alle Songs auf „Norrone Spor“ sind echte Hymnen und entfalten mit jedem weiteren Hördurchgang mehr von ihrer Klasse. Wenn man das Album dann entsprechend oft im CD-Player hatte, will man das Teil gar nicht rausholen, weil man längst süchtig geworden ist. Und nur weil das Songmaterial nun kompakter geworden ist, heißt das noch lange nicht, dass Einherjer es verlernt hätten, tiefgehende Epen zu schreiben – das tolle Schlusslicht „Av Djupare Rotter“ beweist das sehr gut! „Norrone Spor“ ist ein starkes Album geworden mit jeder Menge Hits, die sich nur zu gerne in die Gehörgänge fressen und dank des wuchtigen Sounds der Scheibe auch immer wieder gerne gehört werden. Das großartige und passende Coverartwork sowie die edle Aufmachung im Digipak sind weitere Gründe, warum sich jeder Viking Metal-Fan mit Tiefgang dieses Album ins Regal stellen sollte. Für mich gehören Einherjer ganz klar zur Sperrspitze nordischer Bands, die mit dem neusten Werk eines der Jahreshighlights 2018 abgeliefert haben. Ich freue mich auf eine hoffentlich stattfindende Tour durch Deutschland! [CM]  

Factory Of Art – Back To Life
10 Songs – 53:15
Eigenregie - https://factory-of-art.band/   

Nach etwas über 22 Jahren gibt es ein Lebenszeichen der Prog. Metaller Factory Of Art. Die Band aus Leipzig wurde ursprünglich 1990 gegründet, brachte 1992 und 1993 zwei Demos, sowie eine EP raus. 1996 kam mit „Grasp!!!“ über AFM Records die erste Full-length Scheibe in die Läden. Nach einer weiteren EP und einem Demo kam über CCP Records „The Tempter“ unter die Meute, dann war aber 2006 erst einmal Schluss mit der Band. Bevor man sich 2019 wieder zusammen fand und nun mit „Back To Life“ Album Nummer drei die Band wieder ins Gehör der Fans bringen will. Einziges Gründungsmitglied ist noch Bassist Roland Losch, danach kommt der 1991 hinzugekommene Sänger & Keyboarder Gunter Lange. Weitere Mitglieder sind Drummer Ralph-Marcel Dietich, Gitarrist Thoralf Schulze und Sänger Jens Schmikale.  Zu lauschen gibt es sehr guten, verspielten progressiven Metal, der nur so vor Ideen sprüht. Diese Ideen setzt man dann auch noch prima um und verbreitet keine Langweile. Dies bekommt man schon beim Opener Song „Abysses“, der etwas über sieben Minuten (von diesen etwas längeren Stücken, hat man insgesamt drei am Start) lang ist. Hier lässt die Band schon mit ihrem Gönnen und musikalische Ideenreche Handarbeit aufhorchen. Man brauch zwar teilweise den einen oder anderen Durchlauf mehr, um alles, was da musikalisch auf den Hörer einprasselt, verarbeiten zu können. Ist aber spannend und auch noch sehr interessant. Die Songs werden hochkonzentriert, intelligent und vielseitig in Hochform dargeboten. Die Songs klingen kraftvoll, aber bringen auch mal melancholische, sowie düstere Stimmung ins Gehör. Klar, der Hörer muss sich von der ersten Sekunde an im Klaren sein, es wird absolut progressive. Mit „Face Behind The Mask“ kommt der „kürzeste“ Song auf immer noch 3:57 Minuten. Für den Sound war der Däne Jacob Hansen zuständig und für ein sehr passendes und stimmiges Cover zur Musik, sowie zum Albumtitel gibt es auch noch dazu (Massimo – dunkelkammer-kunst.de). Factory Of Art, sind eine Band, die man im Auge und Ohr behalten sollte, wenn man auf Prog.-Metal steht. (wolle)

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© Wolfgang Schmeer

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