Christmas Metal Meeting Teil II 09.12.-10.12.2011 Geiselwind – Eventhalle

14 Tage zuvor traf sich die Metalgemeinde in Lichtenfels zum ersten Christmas Metal Festival bei dem unter anderem Bands wie Venom, Hammerfall, Anvil, Heathen, Immortal, Exodus, Lordi usw. auf der Bühne standen. Leider konnten wir aus beruflichen Gründen diesem Happening nicht beiwohnen, obwohl gerade der erste Festivaltag unser Interesse auf sich zog.

Doch nun zum zweiten Gipfeltreffen im beschaulichen Geiselwind. Herr Strohofer, von Joey DeMaio liebevoll „Godfather of Geiselwind“ getauft, stellte abermals seine kultige Location in den Dienst des Heavy Metal, was von vornherein schon ein Garant für ein spannendes Festival war, gehört diese Eventhalle doch zu den schönsten und besten Konzerthallen für solche Anlässe. [chris]

 

Einlass war am Freitag 09.12. um 12:30 und als erste Band standen M.I.God auf der Matte. Die Band aus dem Nürnberger Eck spielen eine Mischung aus Rock, etwas Pop und klar auch Metal. Einige Anleihen von Disturbed kann man sicherlich nicht ganz verleugnen. Mit drei Eigenpressungen (davon eine 7 Song CD mit dem Titel „Oceans“ aus dem Jahre 2005) machte man durchaus auf sich aufmerksam. Zweite Truppe waren In Legend - das Piano Metal Projekt des Van Canto Drummers Bastian Emig. Man hat neben einer EP auch über SPV 2010 das Debüt Werk mit 14 Stücken veröffentlicht. Im Anschluss daran gab es dann eine längere Pause, da Sharphead es nicht geschafft haben zu ihrem Gig zu kommen. Ist sehr schade, da hätte man doch eher die eine oder andere Band etwas länger spielen lassen können. Na ja, kann man wohl nix machen.

Als wir dann endlich in der Halle eintrafen, waren Suidakra leider schon in den letzten Zügen ihres Gigs. Wie gewohnt gab es guten Melodic Death Metal mit ein paar Folk Metal Einflüssen.

Die Halle war zu diesem Zeitraum (ca. 16 Uhr) schon recht gut gefüllt.

Nachfolger auf der Bühne waren dann die neuen Festival Anheizer Van Canto (mit einigen Cover Songs von Maiden „Fear Of The Dark“, Manowar, Metallica etc., sowie auch eigene Stücke). Die A-Capella Truppe tingelt mittlerweile von Festival zu Festival und bringt ihre Mucke ohne Bass und Gitarre so gut rüber, dass es immer mehr Fans auf ihrer Seite gibt. Es ist zwar musikalisch gesehen irgendwie was Eigenes, aber nicht unbedingt das, was man unbedingt Live sehen muss. Sorry. Für viele ist die Band mittlerweile absoluter Kult und sorgt wohl bei vielen Festivals für viel gute Stimmung unter der Meute. Wer’s braucht… [wolle]

Auf die Melodic Metal Helden von Powerwolf habe ich mich im Vorfeld schon sehr gefreut, da ich die Band bereits zweimal erleben durfte und jedes Mal äusserst angetan von der Livedarbietung ihres exzellenten Songmaterials war. So auch in Geiselwind, denn die Band konnte von Beginn an auf ganzer Linie überzeugen. Das lag zum einen an den wirklich hymnenhaften Songs, die sofort mitgesungen werden können, als auch an der rundum professionellen Liveshow. Die Jungs wissen einfach, wie sie ihren teilweise sicherlich kitschigen Kirchenkuschelkurs in Szene setzen können, so dass auch der fanatischste Black Metal Anhänger dem Kreuzzug der Wölfe nicht wiederstehen kann. Und mit Attila Dorn hat man ohnehin einen der derzeitig wohl charismatischsten Sänger in den eigenen Reihen, der auch stimmlich auf hohem Niveau singt. Zwar dachte ich zunächst, Matthew Greywolf hätte sich von seiner langen Matte getrennt, doch kam im Verlauf des Gigs die Auflösung, dass dieser sich gesundheitsbedingt auf heimischer Couch befinden würde und man somit auf einen Aushilfsgitarristen zurückgreifen musste, welcher aber eine mehr als nur passable Figur machte.

Mit Songs wie „Prayer in the dark“, „Saturday Satan“, „Raise your fist, evangelist“, “We take the church by storm”, Resurrection by erection”, “We drink your blood” oder dem supergeilen Rausschmeisser “Lupus dei” konnte die Band erneut auf ganzer Linie begeistern. [chris]

 

Jetzt waren Grave Digger mal wieder an der Reihe. Bisher war ich von der Band Live nicht so angetan. Jedoch diesmal war ich recht positiv überrascht wie sich Digger zeigten. Weiß nicht, aber bisher wurde ich nicht so richtig mit der Truppe warm und Live wurde ich bisher nicht so überzeugt wie die vielen Fans dieser Band. Waren doch eine Menge Leute jetzt vor der Bühne um die Band um Sänger Chris Boltendahl anzufeuern. Dies nahmen Grave Digger auch dankend an und gaben es mit einem musikalischen Feuerwerk ihrer Seite an die Meute zurück. Mit Songs wie eben „Heavy Metal Breakdown“, „Excalibur“, „Ballad Of A Hangman“ oder „Rebellion“ war das auch kein Problem und die Masse vor der Bühne ging gut ab und sang auch immer wieder schön mit.

Inzwischen war die Halle auch absolut gut gefüllt, man merkt, dass in Unterfranken der Power Metal sehr beliebt ist und es dort viele Fans zu Konzerten dieser Art zieht. [wolle]

Aber nun zu Iced Earth, dem heimlichen Headliner dieses Festivals. Für mich war es der Augenblick, auf dem ich ganz besonders hin gefiebert habe – zumal man mit „Dystopia“ wohl eines der besten Heavy Metal Alben 2011 veröffentlicht hat. Nun also die Feuertaufe des neuen Sängers Stu Block in Geiselwind, der aber von seiner vorigen Band Into Eternity schon wusste, wie man die Meute anzuheizen hat. So dauerte es auch beim ersten Song „Dystopia“ nicht lange und die Eventhalle entpuppte sich als wahrer Hexenkessel. Tight wie eh und je parierten Jon Schaffer und seine Mannen den Auftritt und spielten erfreulicherweise viele alte Hits der Band (darunter auch standardgemäß als Rausschmeißer die Hymne „Iced Earth“). Ein wirklich megageiler Auftritt von Iced Earth, die man einfach zu den besten Metal Bands dazuzählen muss – besser kann es eigentlich gar nicht mehr sein und wenn man sich die Reaktionen im Publikum ansah, waren ganze viele Metalheads der gleichen Meinung. [chris]

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Mit Blind Guardian kam dann die letzte Band an diesem Abend auf die Bühne. Sänger Hansi Kürsch und sein Gefolge überzeugten von der ersten Sekunde an die Menge. Hier merkt man das Blind Guardian mit zu den angesagten Bands in Deutschland zählen. Power Metal der absoluten Klasse gab es zu lauschen. Songs wie z.B. „Welcome To Dying“, „Ride Into Obsession“ oder „Valhala“ wurden nicht „nur“ auf der Bühne gesungen, nein auch weit vor der Bühne erklang der eine oder andere Song aus den vielen Kehlen der Fans. Man merkt der Band macht die gute Stimmung der vielleicht knapp 4000 Leute richtig Spaß.

 

Zweiter Tag des Christmas Metal Meeting, der schon um 10 Uhr beginnt. Klar war zu dieser Zeit kaum einer auf den Beinen. Das zeigte sich dann auch in der Halle.

Eröffnet haben Defuse My Hate aus Bad Kissingen - eine Mischung aus Thrash / Death Metal mit cleanem Gesang sowie tiefen Growls liefern die 4 Jungs ab. Die seit 2008 existierende Band gab alles, auch vor vielleicht knapp 80 Leuten, die wirklich immer mal wieder einen Blick Richtung Bühne warfen und lauschten was da von den Brettern der Welt runter donnert.

Absorb, die ihr Unwesen schon seit 1989 (1994 war aber mal für ca. 13 Jahre eine Pause angesagt) treiben, standen nun auf der Bühne. Die Herren aus Erlangen hatten schon den einen oder anderen Headbanger mehr vor der Bühne. Nach 2 Tapes, einigen Samplerbeiträgen kam 2010 „Dealing With Pain“ als Eigenpressung auf den Markt (inzwischen arbeitet man an einem Nachfolger). Günny, der „Sänger“, grunzte was das Zeug hielt und klang schon sehr brutal :-). Man konnte zwar einige in der Halle überzeugen, doch waren Viele noch nicht so richtig wach. Die Stimmung hielt sich dadurch also auch hier in Grenzen.

Mit Justice war dann die dritte Band an der Reihe. Eigentlich sind die 5 als Coverband unterwegs und haben sich damit eine recht große Fangemeinde erspielt. Jedoch diesmal spielte man eigene Songs. Ich denke, die Band kommt doch um einiges besser an wenn sie ihre Coverversionen der Masse um die Ohren hauen. Sorry.

Für die kurzfristig abgesprungenen Dawn Of Disease standen die Ösis Lost Dreams auf den Brettern. Mit melodischem Death Metal konnte die Band doch schon mehr Leute vor die Bühne locken und für sich begeistern. Mit 5 Veröffentlichungen ist die seit 1996 gegründete Band auch keine Anfängertruppe mehr. Lost Dreams konnten mich dann auch mit am meisten überzeugen und zeigten neben Absorb für mich bis hier den besten Auftritt des noch frühen Tages. [wolle]

Die Polen von Azarath waren nun die erste richtige Knüppelband des Tages und gottlob war auch hier Inferno hinter der Schießbude, nachdem Behemoth live immer noch ein wenig ruhen. Schon anhand des Erscheinungsbildes der Herren konnte man erkennen, dass die Jungs etwas düsterer zur Sache gehen und auch wenn der Auftritt nur magere 25 Minuten dauerte, war er sehr heftig. Mit dem Opener „Supreme reign of Tiamat" des brandneuen und extrem geilen Albums „Blasphemers' maledictions" konnte man sofort für Furore sorgen und dies sollte sich auch im Verlauf des Gigs nicht ändern. Lediglich „Holy possession" wurde meiner Ansicht nach noch vom neuen Album als Rausschmeißer gespielt, ansonsten gab es nur älteres Songmaterial zu hören. Der Auftritt der Polen war ok, aber aufgrund der frühen Uhrzeit vielleicht noch zu heftig und auch beim Sound hatte man Meister Satan noch nicht so ganz auf seiner Seite. [chris]

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Als nächstes folgten Warbringer. Endlich für mich ein wirkliches Highlight. Geiler Thrash Metal der immer gerne mal an schönen Old School erinnert. Die Amis boten einen geilen Gig und feuerten ein wahres Thrash Feuerwerk ab. Die Herren prügelten sich durch ihr Programm um das aktuelle Album „Worlds Tom Asunder“ der Meute so richtig um die Nase zu hauen. Da war Spaß und Spielfreude von der ersten bis zur letzten Sekunde zu erkennen. Geile Solis, hastige Riffs ohne Ende. So ganz langsam füllte sich auch die Halle immer mehr, aber es war klar, so viele wie am Vortag kommen an diesem Tag nicht. [wolle]

 

Also was ich persönlich von Milking The Goatmachine halten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht so ganz. Fakt ist, dass die Jungs sicherlich auf ihre Art originell sind und auch schon eine Menge Anhänger haben. Die Band wurde jedenfalls frenetisch erwartet und auch abgefeiert, was zum einen an der teilweise sicherlich lustigen Darbietung ihrer Songs lag (die Jungs sind sich ja wirklich für keinen Gag zu schade), aber auch an dem sehr groovigen Death Metal, der richtig tight vorgetragen wurde. Und auch der Sound war auf einmal richtig fett, so dass gerade vor der Bühne eine kleine Bombe detonierte. Eine richtig starke Performance der Ziegenanbeter.

Ganz anders bei Marduk: ganz ehrlich, ich kann die Band mittlerweile einfach nicht mehr sehen, sie waren einfach zu präsent in den letzten Jahren, man kam ja fast nie um sie rum, ständig spielten sie auf allen möglichen Tourneen mit. Und somit überkommt mich gepflegte Langeweile, wenn ich meine einstige Fave-Band zu „Those of the unlight“-Zeiten auf der Bühne ertragen muss. Wenigstens eröffnete man noch den Gig mit jenem Titelsong, was mich als alten Fan noch sehr erfreute, aber danach gab es wieder nur die Standard-Black Metal Plörre, die gerade im hinteren Teil der Halle doch nur als Lärm wahrzunehmen war. Zu dieser Zeit verdrückte ich dort an den Ständen gerade eine Currywurst und unterhielt mich mit ein paar anderen Fans über Marduk und alle waren sich einig, dass diese Band nicht mehr ernst genommen werden kann. [chris]

 

Jetzt wurde es etwas melodischer mit der Humppa – Truppe Equilibrium. Mittlerweile war die Halle auch noch etwas voller geworden, man merkte hier stand eine zurzeit recht angesagte Band auf den Brettern. Die Stimmung ging auch in wenigen Sekunden klar nach oben. Die Band konnte ihren Fans das dann auch von der ersten Sekunde an zurückgeben. Man strotzte nur so vor Spielfreude und Begeisterung. Die Menge sang und sprang und tanzte mit. Auch die hier immer noch sehr unpassende „Wall Of Death“ wurde ausgeführt. Na ja, wenn es Spaß macht.

Mit Caliban kam jetzt eine Band, die wohl nur den ganz wenigen Metalcore Fans so wirklich zusagte. Dafür durften dann Hochkaräter wie Necrophobic und Nervecell, die ebenfalls mit Morbid Angel auf Tour waren und die Zeit im Bus überbrücken mussten, hier nicht auf der Bühne ihr Unwesen treiben (das verstehe wer will, ich nicht!). Mit viel Gebrüll und Härte versuchten Caliban doch einige auf ihre Seite zu ziehen, was aber nur zum Teil gelang. Ich hätte lieber die anderen beiden Bands gesehen, sehr schade! [wolle]

Von einem meiner Schreiberlinge bekam ich Triptykon als Liveerlebnis ganz besonders ans Herz gelegt, nachdem diese Band um Gabriel Fischer auch auf dem diesjährigen Rock Hard Festival mit von der Partie war und dort wohl mächtig für Furore sorgte. Man sagte mir, danach müsste man keine andere Black Metal Band mehr live sehen, und nach diesem Auftritt in der Eventhalle muss ich sagen, dass der gute Herr nicht übertrieben hat. Triptykon kommen ganz besonders live richtig düster und bedrohlich rüber, man muss es wirklich live erlebt haben, denn während die anderen beiden Gitarristen ordentlich ihr Haar hin und herwerfen, steht Gabriel Fischer ziemlich ruhig auf der Bühne und durchbohrt mit seinen schwarzuntermalten Röntgenaugen die Seelen der anwesenden Fans. Nur wenige Worte zwischen den Songs waren ihm zu entnehmen, darunter auch „Frohe 'Leihnachten' – nachdem man uns Heiden auch dieses Fest noch weggenommen hat". Grandios. Ansonsten konzentrierte man sich souverän auf sein Set und natürlich durfte auch „Circle of the tyrants" nicht fehlen. Triptykon waren definitiv eines der Highlights an diesem Tag. [chris]

Mit Kataklysm kam aber schon ein weiterer Highlight Act auf die Matte. Mit Songs wie „Crippeld And Broken“, „Let Them Burn“ oder „Illuminati“ kochte die Eventhalle förmlich über. Die Holzfäller aus Kanada machten das was sie am besten können, geilen Death Metal in Hochform spielen. Hier war mächtig was los, vor sowie auf der Bühne. Die Band nahm keine Gefangene und holzte alles nieder. Kataklysm gehören nicht nur auf CD zu meinen Favoriten und dies bestätigte man diesmal auch Live. Geil! Death Metal ohne Gnade für die Ohren. [wolle]

 

Bei Arch Enemy versammelten sich die Fans wieder vor der Bühne und wurden Zeugen eines sehr starken Auftritts. Für mich war es doch tatsächlich das erste Mal, dass ich diese Band endlich mal live erleben konnte und auch ich war sehr angetan von der überaus professionellen Stageshow der Band um Frontfrau Angela Gossow, die bekanntlich wie ein ganzer Kerl grunzt und auch so männlichen Frontkämpfern in nichts nachsteht. Wirklich sehr beeindruckend, wie sich die hübsche Blondine auf der Bühne verausgabt für ihre Fans und wild ihre Matte schwingt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Der Gesang wird zwar für meine Begriffe immer gewöhnungsbedürftig bleiben, aber musikalisch gibt es an Arch Enemy gar nichts auszusetzen. Im Gegenteil sogar, das Gitarrenspiel der Amott-Brüder setzt Akzente und gehört zum Besten, was die Extrem-Metal Szene zu bieten hat. Wenn Stücke der Marke „Yesterday is dead and gone“ (für mich der beste Song des aktuellen Albums „Khaos legions“), „Ravenous“, „Under black flags we march“, „Enemy within“, „We will rise“ oder die beiden Zugabenummern „Snow bound“ und „Nemesis“ angestimmt werden, hält es keinen kultivierten Headbanger lange still. Arch Enemy wurden somit ganz zurecht ordentlich abgefeiert.

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Nach Arch Enemy bewegten sich die meisten Fans Richtung Ausgang in Bewegung, was mit großer Sicherheit der späten Stunde geschuldet war. Ganz ehrlich, ich kann mir auch nicht erklären, warum man die Götter des Death Metals, Morbid Angel, erst um 00:30 Uhr auf die Bühne lässt. Ich denke, es wäre viel sinnvoller gewesen, wenn man so manche Band aus dem Nachmittagsprogramm, die ohnehin nicht in den Black/Death Samstag reingepasst hat, von vornherein gestrichen und somit das Programm etwas zeitlich nach vorne gezogen hätte. Denn dann wäre nicht das eingetreten, was leider eingetreten ist: der Headliner Morbid Angel spielt vor leerer Halle, ein grauenvoller Anblick. Grauenvoll vorallem deshalb, weil Morbid Angel mal wieder klargemacht haben, warum nur ihnen die Death Metal Krone zusteht und keiner anderen Death Metal Band. Die Setlist war ein Traum, denn wer gleich mit Songs der Marke „Immortal rites", „Fall from grace", „Rapture" und „Blasphemy (of the holy ghost)" beginnt, der kann schon nichts mehr falsch machen. Im weiteren Verlauf kamen auch noch Songs wie „Maze of torment" (absoluter Kracher), „Angel of disease", „Chapel of ghouls", „Day of suffering" (hätte mir vom „Blessed are the sick"-Album aber auch mal andere Songs gewünscht!) oder auch „Where the slime live" dran, auch das neue und umstrittene Werk „Illud divinum insanus" wurde mit „Existo vulgoré" und „Nevermore" gewürdigt und gerade live kamen diese beiden Songs sehr gut an. Soundtechnisch war auch alles prima, wer direkt vor der Bühne stand, bekam die ganze Wucht der Band um die Ohren geblasen. Aushilfsdrummer Tim Yeung meisterte seinen Job hervorragend und vertrat Pete Sandoval mehr als würdig hinter der Schießbude. Trey Azagthoth spielte auch dieses mal wieder komplett in seiner eigenen Welt, einfach nur der Wahnsinn, was für Solis er immer wieder aus dem Hut zaubert, während David Vincent sich durchaus gut gelaunt zeigte (wir haben ihn auch schon ganz anders erlebt auf der Bühne!) und immer wieder die verbliebene Meute anheizte. Von Frust, dass die meisten Fans zu dieser späten Stunde die Halle verlassen hatten, war der Band jedenfalls nichts anzumerken und dafür gebührt ihnen einmal mehr Respekt. Ich jedenfalls fand es äußerst schade, dass nur so wenige Nasen bei Morbid Angel anwesend waren, denn für mich persönlich waren Morbid Angel zusammen mit Iced Earth die unbestrittenen Highlights des Christmas Metal Festivals in Geiselwind! [chris]

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Draußen war es kalt, dunkel aber die, die hier zwei Tage sich auf dem Festival bewegt haben waren doch wohl sehr zufrieden. Die Preise für Essen und Getränke waren in Ordnung. Auch die Preise an der Kasse für Eintritt waren erschwinglich, gerade für kurz Entschlossene, die „nur" die Headliner sehen wollten, waren mit knapp 35 Euro gut bedient. Warum es aber die eine oder andere Band aus der Morbid Angel Tour nicht auf das Billing geschafft hat muss man nicht wirklich verstehen. Dies bleibt genauso ein Geheimnis wie die Tatsache, dass sich 4-5 Bands einen kleinen Backstage Bereich teilen mussten. Den Bands merkte man zum Glück den leichten Ärger hinter der Bühne während ihres Auftritts nicht an. Dafür muss man den Hut ziehen. Ach ja, und gut war auch, das der kleine Metal Markt nicht wie ursprünglich geplant draußen im Freien statt fand, sondern doch im obersten Stock der Eventhalle. [wolle]



Live Pix: Wolfgang Schmeer

 

 

SYMPHONY X, PAGAN'S MIND, DMG im Colos-Saal, Aschaffenburg, 04.10.2011

Am 04.10.2011 stand der Aschaffenburger Colos-Saal ganz im Rahmen des Progressive Power Metal. Den Auftakt machten die italienischen Jungs von DMG, bei deren Auftritt die Halle schon sehr gut gefüllt war. Trotz sieben Veröffentlichungen dürfte diese Formation vielen Fans nicht so bekannt sein, aber dafür haben DMG einen richtig guten Job abgeliefert. Mit melodischem Power Metal mit Prog-Einflüssen sorgte die Band für durchgehend gute Stimmung. Gott sei Dank war die Lautstärke nicht übertrieben hoch wie so oft im Colos-Saal, und das tat dem Sound hörbar gut. Alles in allem also ein gelungener Start in den Abend, der nach einer kurzen Umbaupause mit Pagan´s Mind in die zweite Runde ging.

 

Pagan´s Mind konnten nahtlos an die gute Stimmung anknüpfen und überzeugten die Fans mit technischer Klasse und gelungener Songauswahl. Die Gruppe bot hochwertigen Progressive Power Metal mit überwiegend eingängigen Melodien. Zum Glück uferten die technischen Fähigkeiten nicht in nerviges Angebergefuddel aus, sondern die progressiven Parts waren meistens songdienlich integriert und störten nicht den Fluss der Songs. Na gut … gegen Mitte/Ende gab es auch ein Instrumental, was schon ein bisschen in Richtung Angeberei ging, aber die Fans störte das keineswegs. Der Sound war wieder verdammt gut und insgesamt muss man der Band einen durchweg sehr guten Auftritt bescheinigen.

 

Es folgte eine etwas längere Umbaupause, bevor der Headliner mit einer fulminanten Lightshow die Bühne enterte. Nun erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt, und es wurde deutlich, für wen die Fans gekommen waren. Mit sehr gutem, aber auch brutal lautem Sound eröffneten Symphony X ihren Gig mit Iconoclast. Sowohl die Musik als auch der Sound hatte eine brachiale Power und drückte demzufolge tierisch. Passend dazu strahlte die Band eine unglaubliche Energie aus. Allen voran Frontmann Russell Allen, der eine Bühnenpräsenz hatte, wie ich sie selten gesehen habe. Ok … der Typ sieht auch aus wie ein Bär und könnte glatt als Wikinger durchgehen. Oder wie der kleine Bruder von Scott Columbus, denn optische Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen. Nichtsdestotrotz wirkte Russell wie auch der Rest der Band überaus sympathisch und suchte auch direkten Publikumskontakt, was sehr gut ankam. Die Reaktionen der Fans waren entsprechend enthusiastisch, was wiederum zur Freude seitens der Band führte. So muss es sein … das ist der berühmt-berüchtigte Funke, der zwischen Band und Fans übersprang. Jetzt noch ein Wort zur Playlist: Symphony X spielten überwiegend Songs vom aktuellen Iconoclast-Longplayer und dessen Vorgängers Paradise Lost. Von den ersten drei bis vier Scheiben gab es (leider) wenig zu hören, was darauf hindeutet, dass die Jungs aus New Jersey immer mehr Richtung Power Metal tendieren. Natürlich gibt es dabei auch progressive Passagen, aber diese sind bei weitem nicht mehr so ausgeprägt wie zu Karrierebeginn. Den Fans war das egal, denn die Stimmung war wie gesagt einfach klasse. Fazit: ein toller Abend mit einem hervorragenden Auftritt, der die Fans voll und ganz begeistern konnte. [wolfgang volk]

 

Live Pix: Holger Schwendemann




VADER, KRISIUN, ESSENCE Live in Darmstadt, Steinbruch-Theater, 22.06.2011

Die polnische Panzerdelegation VADER hatte zur Summer Campaign geladen und im Schlepptau befand sich mit KRISIUN genau der richtige Support für diese Band. VADER, wohl eine der fleißigsten Live-Bands überhaupt auf diesem Planeten, touren in regelmäßigen Abständen durch deutsche Lande und machen zum Glück auch eigentlich immer im Rhein/Main Gebiet Rast, so dass wir erneut in den Genuss ihrer Show kommen konnten. Etwas verwundert war ich dennoch, dass nur so ca. 200 Nasen den Weg in den Steinbruch fanden, immerhin war am nächsten Tag frei wegen Fronleichnam und mit KRISIUN war eine äußerst ambitionierte Band mit am Start. Zunächst sollten an diesem Abend auch 4 Bands spielen, doch hatte sich die belgische Formation Resistance schon vorher aus dem Staub gemacht, so dass ESSENCE den Openerslot übernahmen – und die Jungs waren richtig gut! Sie schafften es bereits als Opener, die anwesenden Fans mit ihrem Thrash Metal zu entzücken. Spielerisch erinnerten ESSENCE an alte SACRED REICH und vorallem alte METALLICA, machten hier aber auch keinen Hehl daraus. Man merkte ihnen die Spielfreude an und da jeder Einzelne ziemlich fit an seinem Instrument zu sein schien, hatten die Songs auch ein gewisses Niveau. Oder wo habt ihr es schon mal erlebt, dass eine Opener-Band ein astreines und gelungenes Basssolo zum Besten gibt? Keine Frage, ESSENCE waren ein toller Einstieg, doch nun war es Zeit für die mächtigen KRISIUN.

 

Die Brasilianer hatten von der ersten Sekunde an das Publikum voll im Griff und zelebrierten Highspeed-Death Metal vom allerfeinsten! Was hier in den 50 Minuten geboten wurde, ließ bei den Anwesenden die Kinnlade nach unten klappen, denn die Band präsentierte sich in Topform und wirklich ultratight – jede Blastsalve saß wie die Faust aufs Auge und gerade der Drummer schien nicht von dieser Welt zu sein – wie schweißtreibend sein Job war, sah man am Ende des Sets, als er sich von seinem Thron erhob und den Fans danken wollte; sämtliche Klamotten waren nur noch nasse Fetzen. Aber kein Wunder bei dieser Vorstellung. KRISIUN sind auch so unheimlich sympathische Jungs und gesellten sich nach der Show noch unters Publikum, um mit dem Einen oder Anderen ein Schwätzchen zu halten – Fannähe pur! Doch auch auf der Bühne bedankte sich die Band mehrfach beim Publikum, was wiederum gut ankam. Die gespielten Songs selber sind die pure Brachialität und KRISIUN sind als Musiker dermaßen gereift, dass es heutzutage kaum Bands gibt, die es in dieser Hinsicht mit ihnen aufnehmen können. Das jahrelange Touren trägt nun Früchte und auch dazu bei, dass eine solche Vorstellung überhaupt möglich war. Die gesamte Spielzeit über gab es Death Metal, wie er härter und brachialer gar nicht sein könnte und so tight vorgetragen, dass man diesen Auftritt schon als eine Lehrstunde bezeichnen muss. Auch vom kommenden neuen Album der Brasilianer wurde ein Song gespielt (den Namen habe ich leider vergessen), der ebenfalls aufhorchen ließ. Für mich waren KRISIUN die absoluten Gewinner des Abends, ein wirklich überzeugender Auftritt.

 

Respekt für VADER, eine solch starke Band wie KRISIUN im Vorprogramm spielen zu lassen, denn dadurch wird die Messlatte ziemlich hoch gelegt – aber auch das unterstreicht die Professionalität von VADER, mit solchen Dingen umzugehen. Und VADER waren natürlich auch wieder sehr gut! Man durfte gespannt sein, wie sich die Band im nahezu kompletten neuen Line-Up präsentieren würde, denn nur Bandkopf Peter war ja mal wieder übriggeblieben. Doch auch die Neuen machten ihre Aufgabe außerordentlich gut und spielten die Songs der Band gewohnt ultratight. Mit „Come and see my sacrifice“ war ein neuer Song vom kommenden Album „Welcome to the morbid reich“ vertreten, der schon mal aufhorchen ließ. Weitere Songs, die im Laufe des Sets gespielt wurden, waren u.a. „Silent empire“, „Carnal“, „Sothis“, „Back to the blind“, „Shadowfear“ und „This is the war“. Insgesamt also eine ziemlich gute Setlist, auch wenn ich mir noch „Dark age“ gewünscht hätte – aber dieser Song wird sonst fast auf jeder Tour gespielt. Bandkopf Peter hatte von Beginn an das Publikum im Griff und kommuniziert mit diesem ja auch in deutscher Sprache, was ebenso zeigt, wie fleißig die Band durch Deutschland tourt. Einziger Kritikpunkt einer ansonsten gewohnt überzeugenden Vorstellung VADER’s war die Spielzeit, die mit 60 Minuten für einen Headliner einfach zu kurz ist, vorallem, wenn eine Band im Voraus auch noch den Auftritt absagen musste und kein Ersatz an Land gezogen werden konnte. Zwar gab es mit „Raining blood“ (SLAYER) und „Black Sabbath“ (BLACK SABBATH) noch zwei interessante Coversongs im Zugabeteil, zu kurz war der Auftritt dennoch. Egal, der Abend war definitiv als gelungen zu bezeichnen und machte unheimlich Laune – in diesem Sinne auch nochmal Danke an den Veranstalter, der dieses gelungene Package in die Main/Rhein Region geholt hatte und dafür sorgt, dass auch hierzulande der Metal nicht zu kurz kommt! [cm]

Weitere Infos zu kommenden Events: www.steinbruch-theater.de  

 

Live Pix: Wolfgang Schmeer / Streetcleaner Zine