Underground:
Drautran - Unter dem Banner der Nordwinde
8 Songs - 37:52
selbstfinanziert
Man könnte meinen, Drautran wären schon lange der "Szene" angehörig, so überzeugend klingt deren Scheibe "Unter dem Banner der Nordwinde". Die Kieler Band spielt eine Art Pagan Metal der schnelleren Sorte, hat also musikalisch nichts mit Bands wie Graveland oder Bathory gemein. Wenn überhaupt dann würde ich da die erste CD "Jormundgand" von Helheim als Vergleich heranziehen, da der Gesang auch etwas in diese Richtung geht. Ansonsten konzentriert sich die Band besonders auf Atmosphäre, weswegen auch das Keyboard eine sehr wichtige Stellung in den Songs einnimmt (man hört das Keyboard aber immer nur dezent im Hintergrund). Auch durch Soundsamples wie Meeresrauschen, Gewitter oder Sturm wird die Thematik veranschaulicht, aber zu so einer Stilrichtung gehört sowas dazu und auch die anderen Pagan Metal Bands machen oft Gebrauch davon. Zudem sollten auch Einlagen wie das sehr schön klingende "Framentanz" erwähnt werden, in denen einzig die Akustikgitarren und Flöten dominieren. Die Songs gehen praktisch ohne Pause ineinander über und unterstreichen somit die Tatsache, das es sich bei "Unter dem Banner der Nordwinde" um ein Konzept Album handelt. Zur Verdeutlichung hat man im Booklet auch zu jedem Song noch ein passendes Bild bzw. Gemälde abgebildet! Also schon alleine für die liebevolle Aufmachung gebührt Drautran nichts anderes als Lob. Allerdings muss ich jedem Hörer raten, sich bei dieser CD viel Zeit zu nehmen, denn "Unter dem Banner der Nordwinde" erfordert eindeutig mehr als einen Durchlauf! Es gab anfangs einige Momente, wo ich mich fragte wie denn jetzt so ein Riff folgen kann, denn zum Teil klingen die Songs etwas gewöhnungsbedürftig, aber sobald man die Songs hat auf sich wirken lassen entfalten sie erst ihre ganze Kraft und alles scheint auf einmal zusammen zu passen. Manche Songs beginnen ziemlich heftig und manchmal schon zu kämpferisch, aber gegen Ende des Songs wirkt dann wieder alles harmonisch. Das Tempo ist oft sehr schnell aber auch Tempovariationen findet man hier, sogar beim Gesang hat man verschiedene Gesangsstile kombiniert, denn Drautran haben gleich zwei verschiedene Sänger. Schon etwas verwunderlich, aber man muss auch bedenken, dass gleich 8 Mitstreiter die Schwerter für Drautran schwingen! Einziger Kritikpunkt ist vielleicht der etwas zu dünne Sound, aber da die Songs so gewaltig sind sieht man über dieses Defizit schnell hinweg und konzentriert sich auf die Musik. Ich bin mir sicher, dass wir von Drautran noch wahre Wunderdinge erleben werden, denn wenn die Band es erst mal geschafft hat einen vernünftigen Deal an Land zu ziehen und mit einem angemessenen Budget eine Debütscheibe einzuspielen, dann dürfte dem deutschen Thron nichts mehr im Wege stehen. Somit kann ich jedem diese CD nur empfehlen, denn sie macht wirklich süchtig und bei mir läuft sie sowieso gleich mehrmals hintereinander. Geheimtipp!
Band Kontakt: Drautran, Postfach 1926, 24108 Kiel / Homepage: www.drautran.com



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