Underground:
Desire - Locus Horrendus
13 Songs - 69:32
selbstfinanziert
Oh, der Schmerz sitzt echt tief! Also diese CD ist nichts für seichte Gemüter. Nicht weil die CD besonders hart ist (ganz im Gegenteil, das Tempo der Songs ist eigentlich ziemlich langsam), sondern weil diese CD sehr düster ist! Das Album ist ohne übertreibung seit langem eines der depressivsten Scheiben, die mir untergekommen sind. "Melancholic Dark Metal Music" umschreibt die Band aus Portugal ihren Stil, und das geht so wirklich in Ordnung. Wie schon geschrieben sind die Songs sehr langsam, worauf die Band auch viel Wert legt, da die Songs auch sehr doomig sind. Der Gesang ist ganz klar im Death Metal Bereich anzusiedeln, auch wenn sich ab und zu etwas helleres Geschrei dazu gesellt. Besonders wichtig sind bei Desire auch die Keyboards, die aber sehr vernünftig eingesetzt werden und dem Album eine wahrhaft düstere Note bescheeren. Um die Stimmung noch besser zu unterstreichen setzt die 5-köpfige Band auch ein paar Soundsamples wie Gewitter und Kirchenglocken ein. Sogar lieblicher Fraüngesang ist ab und zu mal zu vernehmen, aber auch eher selten. Anspieltipp stellt für mich jedenfalls unbedingt das 13-minütige Stück "The weep of a mournful dusk" dar, welches echt ziemlich beängstigend aus den Boxen herausgekrochen kommt und sich unweigerlich in die Gehörgänge reinfrisst. Und der düstere Gesang erst...Wahnsinn! Aber "Locus Horrendus - The night cries of a sulley soul..." ist auch was fürs Auge, denn das Booklet ist ziemlich fett ausgefallen und beinhaltet zum Teil natürlich auch klischeehafte Aufnahmen, aber insgesamt sehr eindrucksvolle Bilder. Gemastered wurde das Teil übrigens in den bekannten Finnvox Studios, wo ja auch schon Bands wie Nightwish, Therion oder Children of Bodom ihr Unwesen trieben. Also insgesamt ein sehr gutes und vorallem total düsteres und schwarzes Album, das man sich nicht einfach so anhören kann. Die Musiker scheinen jedenfalls wirklich schwarze Seelen zu haben in Anbetracht dieser Scheibe. Einziges Manko ist auch hier vielleicht die Spielzeit von 69 Minuten, einfach etwas zu lang. Ich habe jedenfalls immer schon nach 5-6 Songs meinen Durst nach Desire gestillt.
Band Kontakt: Desire, c/o Flame, P.O. Box 21.380, 1132-001 Lisboa, Portugal oder Email: flame-desire@clix.pt.



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